Pflanzen fotografieren wie die Profis (2024)

Es gibt nicht viele Hobbys, die sich so gut miteinander verbinden lassen wie der Garten und die Pflanzenfotografie. Gerade im Hochsommer findet man in der Natur Motive in Hülle und Fülle, weil viele Beete ihren Blütenhöhepunkt erreichen. Gründe, die vergängliche Blütenpracht schöner Gärten mit der Kamera zu fotografieren, gibt es genug: Man kann sie in einer Foto-Community präsentieren, mit großformatigen Abzügen seine Wohnung verschönern oder sich im Winter an den Fotos der sommerlichen Blüten erfreuen. Das Beste ist: Die Digitaltechnik hat die Fotografie mittlerweile zum preisgünstigen Hobby gemacht.

Gartenfotografie ist mehr als nur Knipsen

Trotzdem braucht man als Anfänger immer noch eine gewisse Zeit, bis man beim Fotografieren von Pflanzen gute Ergebnisse erzielt. Es gilt, die Bedienung der Kamera zu erlernen, ihre Technik zu verstehen, das fotografische Auge zu schulen und ein Gefühl für den optimalen Bildaufbau zu bekommen. Das Üben ist für den Fotografen aber im Gegensatz zu früher nicht mehr mit hohen Kosten verbunden, denn teure Verbrauchsmaterialien wie Diafilme und deren Entwicklung fallen weg.

Ein weiterer Vorteil: Man kann die Ergebnisse gleich am Computer auswerten. Früher musste man zunächst auf die Entwicklung der Bilder warten. Dadurch war es schwierig, seine Aufnahmen anhand der Kamera-Einstellungen miteinander zu vergleichen, wenn man sich diese beim Fotografieren nicht akribisch notiert hatte. Außerdem liegt die Bildqualität selbst einfacher Kompaktkameras heutzutage auf einem hohen Niveau. Zum Betrachten und Archivieren der Fotos braucht man nur noch einen Computer oder einen guten Tablet-PC.

Tipps für die Pflanzenfotografie:

Vermeiden Sie die Auto-Einstellung an der Kamera, besonders die ISO-Automatik, um Rauschen in schlechten Lichtverhältnissen zu verhindern. Experimentieren Sie mit verschiedenen Perspektiven, Brennweiten und Belichtungszeiten, und nutzen Sie die Belichtungskorrektur. Ein Stativ fördert eine bewusste Bildkomposition. Achten Sie beim Kamerakauf auf eine gute Optik, einen großen Bildsensor und ein kontrastreiches Display. So können Sie auch mit einer Kompaktkamera beeindruckende Pflanzenfotos erstellen.

Bilderserien fotografieren und vergleichen

Der Schritt vom Urlaubsschnappschuss zur ernsthaften Gartenfotografie ist gar nicht so groß. Sie brauchen dazu neben einer guten Kamera vor allem Experimentierfreude, Zeit und Muße. Hat man früher die Kamera oder das Smartphone nebenbei aus der Tasche gekramt, um ein Erinnerungsfoto zu schießen, so geht man als Fotograf öfter mal für ein bis zwei Stunden mit der Kamera in der Hand durch den Garten, um aktiv nach schönen Pflanzenmotiven im richtigen Licht zu suchen. Tipp: Den größten Lerneffekt erzielen Sie, wenn Sie dasselbe Motiv mehrmals ablichten: Sowohl aus unterschiedlichen Perspektiven als auch mit verschiedenen Brennweiten, Blendengrößen und Belichtungszeiten.

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Wichtige Hilfsmittel für gelungene Pflanzenfotos: ein Kamerastativ und ein Diffusor. Das Stativ reduziert bei längeren Belichtungszeiten die Verwacklungsgefahr. Der Diffusor mildert wie ein leichter Wolkenschleier intensives Sonnenlicht ab und reduziert die starken, durch kleinräumige Schlagschatten verursachten Hell-Dunkel-Kontraste

Automatik-Einstellungen vermeiden

Verzichten Sie auf die von Fotografen etwas despektierlich "Deppenmodus" genannte Auto-Einstellung an Ihrem Apparat. Sie ist bei den meisten Kameras in grüner Farbe hervorgehoben. Der Nachteil dieser Automatik ist, dass sie nicht nur die Blendengröße sowie die Belichtungszeit selbst wählt, sondern oft auch die ISO-Einstellung, die die Lichtempfindlichkeit des Fotosensors regelt. Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen wirken bei höherer ISO-Zahl aber schnell grobkörnig – sie "rauschen" wie das Fernsehbild in den 70er-Jahren. Wirklich schöne Bilder lassen sich auf diese Weise nicht machen. Besonders rauschempfindlich sind Kompaktkameras mit kleinem Bildsensor und hoher Bildpunktdichte. Stellen Sie stattdessen die ISO in den Grundeinstellungen auf einen niedrigen, festen Wert ein (zum Beispiel 100) und deaktivieren Sie die ISO-Automatik. Bei schwächerem Licht stellen Sie diese besser von Hand auf höhere Werte ein, um bei der Fotografie mit kürzeren Belichtungszeiten arbeiten zu können.

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Gartenfotografie professionell: Für einen harmonischen Bildaufbau platziert man das Hauptmotiv – hier eine Dahlienblüte – nicht in der Bildmitte, sondern etwas seitlich versetzt

Pflanzen mit Gegenlicht fotografieren

Was die Bildgestaltung betrifft, werden Sie bei der Gartenfotografie schnell feststellen, dass schöne Pflanzen- undBlumenmotive optimal zur Geltung kommen, wenn sich die Kamera auf Höhe der Blüte befindet. Die Zeichnungen und Strukturen einer detailreichen Pflanze treten am besten hervor, wenn Sie mit aufgesetzter Sonnenblende gegen das Licht fotografieren und die Sonnenstrahlen gegebenenfalls mit einem Diffusor etwas abmildern. Haben Sie eine bestimmte Blende vorgewählt (Einstellung "A") und der Kamera die Wahl der Belichtungszeit überlassen, sollten Sie das Foto mit der Belichtungskorrektur jeweils ein bis zwei Stufen über- und unterbelichten. Die Belichtungszeit sollte beim Fotografieren aus der Hand oder leichten Windbewegungen mindestens dem Kehrwert der Brennweite entsprechen (zum Beispiel1/200 Sekunde bei 200 Millimeter), um Verwacklungen zu minimieren.Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie zum Fotografieren ein Stativ verwenden – es fördert zudem eine bewusstere Bildkomposition.

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Die Gartenschere ist ein unverzichtbares Hilfsmittel für jeden Gartenfotografen. Um eine makellose Blütenkombination wie im Foto ablichten zu können, muss man vorher fast immer einige verwelkte oder unansehnliche Blüten und Blätter entfernen. Das geht auch im Nachhinein mit einer Bildbearbeitungssoftware, ist aber viel aufwendiger

Lichtstarke Objektive verwenden

Man braucht übrigens nicht unbedingt eine Spiegelreflex- oder Systemkamera mit Wechselobjektiven, um beim Fotografieren von Pflanzen gute Bilder zu machen. Achten Sie beim Kauf einer Kompaktkamera aber nicht nur auf die Auflösung des Sensors. Die oft beworbenen hohen Megapixel-Zahlen sagen nämlich wenig über die Bildqualität aus. Viel wichtiger: Eine gute, lichtstarke Optik, die je nach Brennweite im Idealfall Blendengrößen bis f/1,8 ermöglicht, sowie ein großer Bildsensor (zum Beispiel 1 Zoll). Wenn die Kamera keinen Sucher hat, sollte das Display möglichst groß, hoch aufgelöst und auch bei starker Sonne kontrastreich genug sein. Aktuelle Kompaktkameras, die diese Kriterien erfüllen, kosten rund 600 Euro.

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Verwirrend ist die Angabe der Blendengröße: Je kleiner die Zahl, desto größer die Öffnung. Grund: Die Zahl steht für das Verhältnis von Brennweite zu Blendendurchmesser

Blendenöffnung selbst wählen

Die Blende ist eine Lamellenkonstruktion im Objektiv und regelt die Größe der Öffnung, durch die das Licht in die Kamera eintritt. Je größer dieses Loch ist, desto kürzer muss der Fotosensor belichtet werden. Ein zweiter Effekt ist für die Bildgestaltung jedoch entscheidender: Eine große Blendenöffnung reduziert die sogenannte Schärfentiefe, also den Bereich im Foto, der scharf dargestellt wird. Dafür ist die Blende allerdings nicht allein verantwortlich, sondern im Zusammenspiel mit der Brennweite und dem Abstand zum Motiv. Die geringste Schärfentiefe erzielen Sie, wenn Sie das Hauptmotiv Ihres Fotos mit großer Blende, langer Brennweite und geringem Abstand fotografieren. Ein kleiner Schärfebereich erlaubt das "Freistellen" des Hauptmotivs: Die Rosenblüte wird auf dem Foto scharf dargestellt, während der Hintergrund in Unschärfe verschwimmt – die anderen Blüten und Blätter auf dem Bild lenken somit nicht vom Schwerpunkt ab.

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